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Erfahrungsberichte

Gastfamilie für ein Jahr

Erfahrungen mit einer AFS Austauschschülerin von Robert Litz

 Hannover, 31.07.2013

Am 29. September 2012 stand ich, Robert Litz (52), mit meiner Familie am Hauptbahnhof Hannover um unser Austauschschülerin aus Venezuela abzuholen. Vanessa Caliendo (17) hatte Pech denn für sie wurde erst mal keine Familie gefunden und so kam sie 4 Wochen später nach Deutschland. Damit Vanessa überhaupt noch ein Jahr als Austauschschülerin in Deutschland erleben konnte haben wir uns sehr kurzfristig entschieden sie in unserer Familie aufzunehmen.

Und da standen wir nun mit einem flauen Gefühl im Bauch und vielen Fragen. Wer ist dieser Mensch, der nun für die verbleibenden 9 Monate in unserer Familie leben wird? Werden wir zusammen passen? Was hat Vanessa wohl für Vorstellungen von uns und Deutschland? Können wir überhaupt mit einander reden? Wie kommen die Kinder mit einander klar? Fragen über Fragen und doch wusste ich, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten.

Der Anfang war spannend und aufregend denn Vanessa sprach kein Wort Deutsch, aber zum Glück etwas Englisch und so kommunizierten wir in der Familie für die nächsten Monate in Englisch. So ganz nebenbei war das eine tolle Sache für unsere Kinder. Jeden Tag Englisch. Dank des über AFS angebotenen Deutschkurses, den Vanessa zwei mal die Woche besuchte, konnten wir dann nach einigen Monaten unsere Gespräche wieder in Deutsch führen.Vanessa hat das ganze Jahr viel Spaß gehabt mit der Mehrdeutigkeit vieler deutscher Wörter.

In der Elsa Brändström Schule, in die sie gleich nach ihrer Ankunft ging, hat Vanessa sicherlich am Anfang kein Wort verstanden, aber ihr Klassenlehrer, selber mal mit AFS im Ausland gewesen, hat so einiges an Verständnis für ihre Situation gehabt. Die Schule ist aber wichtig, denn nur dort lernen die Austauschschüler gleichaltrige Jugendliche kennen.

Kaum in Hannover angekommen hatten wir die ersten Ferien. Es hat einfach nur Spaß gemacht jemandem das eigene Land zu zeigen. Dabei zu erleben was auch wir Deutsche an Eigenschaften und ja auch Macken haben. Den Spiegel vorgehalten zu bekommen wenn Vanessa Fragte: ?Papa warum macht ihr das in Deutschland so, in Venezuela machen wir das ganz anders?? Ja warum ist das eigentlich so?

Gerade dieser Blick auf unser deutsches Leben durch die Augen einer jungen Venezolanerin war für mich eins der wesentlichsten Erfahrungen in dem Jahr. 

Schwieriger war es da sicherlich in der eingespielten Morgenroutine einen fremden Menschen einzubauen. Noch ein Mädchen, das vor dem Aufwachen durch das Badezimmer geschleust werden muss und zwar, so dass alle anderen auch noch pünktlich aus dem Haus kommen. Aber mit etwas Verständnis und Rücksicht auf beiden Seiten, lässt sich auch das größte Problem beheben. Wenn es dann aber ganz problematisch wird, steht AFS mit viel Beratung und Hilfe zur Seite, was wir zum Glück nicht gebraucht haben.

Neben der eigenen Austauschschülerin haben wir auch die anderen Schüler des AFS kennengelernt. Das ist eine tolle Bereicherung wenn man junge Menschen aus der ganzen Welt an einem Tisch sitzen hat. Wir haben viel gelernt über unsere europäischen Nachbarn ebenso wie über Süd und Nordamerika. Ja auch das die französische Austauschschülerin uns Deutsche als ?Kühlschränke? bezeichnet, weil wir so kühl und distanziert sind. 

Und trotz aller Unterschiede in Kultur und Erziehung, merkt man schnell wie ähnlich unser Leben dann doch sein kann. Freunde und Geborgenheit sind zum Beispiel so Dinge die gerade junge Austauschschüler benötigen um eine Jahr im Ausland erfolgreich absolvieren zu können.

Anfang Juli standen wir dann wieder am Hauptbahnhof und wieder stellten wir uns viele Fragen. Wird Vanessa uns vermissen? Kommt Sie heile und gesund in ihrer Familie in Venezuela an? Werden wir unsere Venezolanerin jemals wieder sehen? Uns fehlt auf jeden Fall seit kurzem ein Familienmitglied, aber zum Glück gibt es ja das Internet, so können wir immer in Kontakt bleiben.

Ein unvergessenes Jahr können auch Sie erleben, einen tollen Menschen kennen lernen, ein neues Familienmitglied gewinnen und viel Spaß haben, dazu brauchen Sie sich nur zu entscheiden, einen Austauschschüler in ihrer Familie aufzunehmen. 

Melden Sie sich doch einfach beim AFS denn zur Zeit fehlen Bundesweit noch über 230 Gastfamilien für junge Menschen die so gerne ein Jahr in Deutschland verbringen möchten. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des AFS Komitees Hannover und die Hauptamtlichen in Hamburg stehen Ihnen gerne zur Seite und beantworten ihre Fragen.

Für den AFS drängt die Zeit, im September kommen die neuen Schüler und vielleicht stehen Sie dann am Bahnhof und Fragen sich wer da aus dem Zug steigt.

Ankunft der Austauschschülerin Vanessa
Die AFS Schüler unterwegs in Hannover

Studienfahrt nach Dresden 2011 vom 28.-29. Mai

Unter knospenden Linden und blauem Himmel im Großen Garten liegen und träumen; ich komme wieder! Dresden war geil.

Zeigten die schwarzen Steine der Gebäude die Brandspuren des Krieges im Februar 1945- fragte sich Y aus China. Sie machte unglaublich schöne Fotos von Kunst und Architektur.

H: Extremer Stilbruch zwischen alt und neu, beeindruckende Kirchen und Straßenmusik und eine Luxusjugendherberge mit bereits bezogenen Betten.

OK Dresden ist schön und wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Hauptsache ist aber, dass wir Spaß gehabt haben. Wir waren eine Gruppe von tollen Leuten, es war schön, alle zusammen. Schade, dass wir nur wenige waren. Möhren esse ich nur mit Senf! B

Dresden ist vielleicht die beste Stadt im Osten, die ich F angeguckt habe. Gut, dass wir auch eine coole Gruppe waren.

D: Dresden ist eine interessante Stadt mit einer spannenden Geschichte. Es gibt so viel zu entdecken und ist einfach wunderschön. Es hat sich gelohnt, dass ich die Fahrt organisiert habe, wo ich doch im letzten Jahr nicht mitfahren konnte. Nur mein Fuß hat geschmerzt.

Dresden ist sehr schön. The history behind it is amazing and the fact it is still all there is great. I like how they have kept the new town away from the old town. Wunderschön! A Aber meine Tasche war zu schwer und ich hatte Heuschnupfen.